BIDS-Programm des DAAD: Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Deutschen Schulen im Ausland

TH Wildau/Bernd Schl├╝tter

"Internationaler Nachmittag" an der Technischen Hochschule Wildau im Oktober 2018: Vielfalt, zu der auch das BIDS-Programm des DAAD beiträgt

Mit Hilfe der BetreuungsInitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen (BIDS) bauen deutsche Hochschulen Netzwerke zu PASCH-Schulen im Ausland auf und unterstützen deren Absolventinnen und Absolventen bei ihrem Übergang zum Studium in Deutschland. Die Bedeutung des BIDS-Programms für die Technische Hochschule Wildau beschreiben Carolina Winkler und Simon Devos, die im International Office für die Beratung und Betreuung der internationalen Studierenden verantwortlich sind.

Den Startschuss zur Zusammenarbeit mit Deutschen Schulen im Ausland gab 2002 der heutige Dekan im Fachbereich Wirtschaft, Information, Recht unserer Hochschule, Prof. Dr. Christian Müller, der persönliche Kontakte zur Deutschen Schule in Guatemala knüpfte. Seitdem erschließen wir Lateinamerika systematisch. Zurzeit arbeiten wir mit 18 Einrichtungen zusammen – von Mexiko bis Argentinien. Wir stehen regelmäßig mit unseren Kooperationspartnern in Kontakt und besuchen diese einmal im Jahr im Rahmen von regionalen Universitätsmessen.

Eine wichtige Rolle beim Ausbau dieser Beziehungen kam – und kommt – BIDS zu, an dessen erster Ausschreibung 2008 wir uns erfolgreich beteiligten. Wir sahen das Programm als große Möglichkeit, bereits bestehende einzelne Maßnahmen zu bündeln, zu ergänzen und zu professionalisieren sowie die Arbeit mit Deutschen Schulen im Ausland als festen Teil der Internationalisierungsstrategie der Hochschule zu verankern. Das ist uns gut gelungen.

Ein neuer Schritt

Aus unserer Sicht öffnete das Programm die Tore für die Zusammenarbeit mit PASCH-Schulen und ermöglichte es den Hochschulen und besonders der TH Wildau, mit dieser interessanten Zielgruppe in Kontakt zu kommen. Durch BIDS konnten wir Absolventinnen und Absolventen Deutscher Schulen überzeugen, ein Studium in Deutschland aufzunehmen. Mindestens genauso wichtig war, dass wir auch die Mittel zur Verfügung hatten (und seit dem Wiedereinstieg in das Programm 2015 wieder haben), um die notwendigen Betreuungsmaßnahmen für einen erfolgreichen Studienabschluss bereitzustellen. BIDS führte, so viel können wir für die TH Wildau sagen, zu Qualitäts- und Quantitätssprüngen in der Betreuung und Akquise von Studierenden.

Erfüllte Erwartungen

Gezeigt hat sich dabei auch, dass Bewerberinnen und Bewerber von Deutschen Schulen ideale Kandidaten sind, denn sie bringen die notwendigen Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland mit. Sie haben bereits während der Schulzeit die deutsche Sprache und Kultur kennengelernt – viele waren im Rahmen eines Schüleraustauschs sogar schon einmal in Deutschland – und haben dadurch höhere Chancen, sich zu integrieren und das Studium erfolgreich abzuschließen.

Zehn Jahre BIDS: Blick auf die TH Wildau

TH Wildau/Bernd Schlütter

Auch Studierende aus Mexiko profitieren von der Spezialisierung der TH Wildau auf Lateinamerika

Der Erfolg und die Entwicklung der Arbeit im Rahmen von BIDS können sich sehen lassen: Insgesamt wurden schon über 200 Absolventinnen und Absolventen unserer lateinamerikanischen Partnerschulen an der TH Wildau immatrikuliert; ungefähr die Hälfte davon hat bereits das Studium abgeschlossen. Nicht zuletzt ermöglichte es die Festlegung auf Lateinamerika, unsere BIDS-Aktivitäten zu spezifizieren. Die daraus resultierenden Community-Effekte haben die Attraktivität eines Studiums an der TH Wildau deutlich erhöht.

Interessant festzustellen ist dabei aus unserer Sicht, wie die Interessen der Studierenden sich mit der Zeit verändert haben. Vor einigen Jahren hatten wir eine hohe Anzahl von Studierenden aus Lateinamerika in eher traditionellen Studiengängen, das heißt Betriebswirtschaft und Maschinenbau. Mittlerweile sprechen wir jedoch von einer bunten Mischung von Studentinnen und Studenten, die sich auch in der Telematik und Logistik wiederfinden, aber ebenso beim Europäischen Management.

Zukünftige Herausforderungen

Diesen aus unserer Sicht erfolgreichen Weg wollen wir weiterverfolgen. So sind unter anderem Kooperationen mit zusätzlichen PASCH-Schulen in Lateinamerika geplant, und auch die jährlich durchgeführten Informationsreisen in Lateinamerika sollen ausgebaut werden. Als besonders hilfreich hat es sich dabei erwiesen, wenn lateinamerikanische Studierende über die Hochschule berichten. Ihnen kommt auch eine tragende Rolle zu beim Schnupperstudium, in dessen Rahmen sie sich und ihre Erfahrungen als lateinamerikanische Studierende den Schulgruppen vorstellen, die zu Besuch kommen.

Schließlich möchten wir ebenso das sogenannte Vorsemester überarbeiten. Dabei können lateinamerikanische Absolventen, die in aller Regel schon zu Beginn des Kalenderjahres ihren Schulabschluss machen, allerdings erst im Wintersemester bei uns zu studieren beginnen können, Sprach- und Auffrischungskurse besuchen. Das macht, so hat die Erfahrung gezeigt, den Einstieg in ein erfolgreiches Studium leichter.

Der Beitrag ist zuerst in der Jubiläumspublikation „10 Jahre PASCH – 10 Jahre BIDS“ erschienen.

Weitere Informationen

Zehn Jahre BIDS: Bewährte Brücke nach Deutschland

Die BetreuungsInitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen (BIDS) wurde im Jahr 2008 erstmals aufgelegt. Sie ergänzt das DAAD-Stipendienprogramm für Absolventinnen und Absolventen von Auslandsschulen und ermöglicht noch mehr jungen Menschen einen Zugang zum Studium in Deutschland. Auch unterstützt BIDS die Hochschulen bei der Betreuung dieser Studierenden und fördert zudem die Netzwerkbildung zwischen Schulen im Ausland und Hochschulen in Deutschland.

BIDS ist einbezogen in die vom Auswärtigen Amt ebenfalls 2008 ins Leben gerufene Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH), an der neben dem DAAD die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), das Goethe-Institut und der Pädagogische Austauschdienst (PAD) mitwirken. Zum PASCH-Netzwerk gehören mittlerweile über 1.800 PASCH-Schulen in mehr als 120 Ländern weltweit: alle Deutschen Auslandsschulen sowie ausgewählte Schulen in den nationalen Bildungssystemen der Partnerländer, die das Deutsche Sprachdiplom beziehungsweise qualifizierten Unterricht in Deutsch als Fremdsprache anbieten. Die PASCH-Initiative im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik begeistert für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache. Darüber hinaus trägt PASCH als internationale Lerngemeinschaft nachhaltig zu grenzübergreifendem Austausch und Verständnis bei.

BetreuungsInitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen (BIDS)

Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH)

Jubiläumspublikation „10 Jahre PASCH – 10 Jahre BIDS“